Nun sind wir bereits vor anderthalb Wochen aus Tansania zurückgekehrt und es ist nach all der Zeit immer wieder eine Herausforderung das Erlebte in Worte zu fassen.
Immer wieder ist es Freude und Dankbarkeit, die ich empfinde, wenn ich bei unserer Ankunft herzlich von allen Schülerinnen und Schülern in Losimingori empfangen werde. Es sind nicht die Texte ihrer Lieder oder die Worte, die an uns gerichtet sind – vielmehr sind es die strahlenden Gesichter und der Empfang mit offenen Armen, der mir manchmal den Atem nimmt. Es ist einfach nur schön!
Im Austausch vor Ort in Losimingori mit den Lehrkräften sowie den Schülerinnen und Schülern werden uns das Leben an der Schule und die Probleme mit denen man hier konfrontiert ist, besser bewusst und wir können gemeinsam nach Lösungen suchen. Doch dabei kommt auch der Spaß nicht zu kurz! Besonderer Höhepunkt unserer Reise war auch in diesem Jahr die Abschlussfeier der Form 4. Viele Tänze in bunter Kleidung voller Stolz und Würde vorgetragen, erfreuen unsere Sinne. Dieses Mal sind mir zwei Dinge besonders in Erinnerung geblieben: Zum ersten Mal erlebten wir, wie auch Eltern – speziell Mütter – mit ihrem traditionellen Tanz die Feier ihrer Kinder bereicherten.

Zudem sprach die Vorsitzende der Organisation Empowered Girls sehr gefühlvoll zu den Mädchen und Jungen und ermutigte sie, selbstbestimmt ihren Weg zu gehen. Mitarbeitende dieser Organisation weilen zweimal monatlich an der Schule und sprechen insbesondere mit den Mädchen zu Themen wie Familienplanung und ähnlichem.
Ereignisreiche Tage an der Return Home Secondary School liegen hinter uns. Gerne möchte ich Ihnen und Euch in diesem Newsletter weitere Einblicke in unsere Arbeit vor Ort in Losimingori geben und auch einen Ausblick auf bevorstehende Projekte gewähren. Ich freue mich sehr, dass unser neues Vereinsmitglied und Mitreisender, Wolf Rüdiger Gehring, einen ganz persönlichen Reisebericht geschrieben hat und seinen ersten Besuch in Losimingori mit Ihnen und Euch teilt.
Viele Grüße,
Matthias Görlitz





Reisebericht Wolf Rüdiger Gehring
Als neues Mitglied im Verein Pamoja – Gemeinsam für Tansania e. V. bot sich mir die Gelegenheit auf der vergangenen Reise sozusagen in „totaler Immersion“ in relativ kurzer Zeit die Schule in Losimingori als auch Interna der Vereinsarbeit kennenzulernen. Meine Informationsdefizite über die Return Home Secondary School als auch die Geschichte des Vereins konnte ich schnell vermindern.
Da die Reise eher eine Arbeitsreise mit den Hauptakteuren Matthias Görlitz und Werner Dörr war, war dieser Aufenthalt für mich doppelt spannend: Ich kam nicht nur in direkten Kontakt mit Land, Menschen und dem Alltagsleben der Massai, sondern ich konnte quasi als Novize im Schlepptau meiner beiden Mitstreitenden sehr viel über die anstehenden Aufgaben in Losimingori und war mit den unmittelbaren Herausforderungen der Vereinsarbeit konfrontiert. Vor allem der Einblick in die Interviews der neuen Form 1 war für mich erdrückend. Nicht wenige Kinder und Jugendlichen stammen aus prekärsten Armutsverhältnissen und haben in ihrem jungen Leben schon viel Leid erlebt …
ch selbst hatte bereits im Vorfeld der Reise meine Zusage für Unterstützung in der Vereinsarbeit gegeben und war folglich nicht nur als passiver Zuschauer dabei. Ich wurde in alle Termine und Besprechungen mit lokalen Firmen und der Schulleitung integriert, was ich als sehr positiv empfand und natürlich auch meine Motivation bestärkte mich aktiv einzubringen.
Mein eigener kleiner Beitrag wird zukünftig darin bestehen die neu angestoßene Förderung von beruflicher Ausbildung der Absolventinnen und Absolventen zu begleiten und ggf. zu optimieren. Es gibt gegenwärtig drei Auszubildende (siehe Foto), welche finanziell durch den Verein unterstützt werden. Ich werde im Auftrag des Vereins die Mittelverwendung kontrollieren und in besonderen Fällen auch in Zusammenarbeit mit der Schulleitung eventuell bei auftretenden Problemen zu unterstützen – soweit das in dieser Form der Fernbetreuung eben möglich ist.
Sehr gefreut hat mich im übrigen der herzliche Umgangston der Schulleitung mit uns sowie die durch gegenseitige Wertschätzung geprägte gute Zusammenarbeit unserer Vorständler mit der Schulleitung Wilson Lengima und Rose Tureto. Die beiden letztgenannten standen trotz ihrer großen Arbeitsbelastung fast immer für Gespräche, aber auch den einen oder anderen kleinen persönlichen Gefallen zur Verfügung – mal fehlte das Feierabendbier, mal der Frühstückskaffee für uns: Problem benannt, Problem gebannt.
Ich durfte große Herzlichkeit und Dankbarkeit für unsere Projektunterstützung erfahren: Angefangen mit der Begrüßung durch die Schülerinnen und Schüler: 60 Schülerinnen und Schüler haben uns singend am Eingangstor empfangen und jedem von uns wurde ein kleines Präsent überreicht (personalisierter Kaffeebecher). Auch der große Tag der Abschlussfeier der Form 4 war ein Erlebnis der besonderen Art! Neben der Überreichung der Zeugnisse gab es gleich mehrere Tanz- und Gesangsdarbietungen durch die Schülerinnen und Schüler, natürlich auch sehr viele Reden der Teilnehmenden und Gäste (lokale Politiker, Pfarrer, natürlich die Schulleitung). Nicht zu vergessen auch Matthias, Werner und meine Wenigkeit durften ein paar Worte an die versammelten Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern, Verwandte und Freunde richten. Abgerundet wurde der Tag durch einen Gang durch die Klassenräume , welche die Schülerinnen und Schüler mit ihren Eltern zum Feiern mit den mitgebrachten Speisen und Getränken umfunktioniert hatten. Den Abschluss der Reise bildete ein Tag in Dar es Salaam. Leider wurde der dort geplante Termin mit der Deutschen Botschaft kurzfristig abgesagt. Dafür konnten wir einen Tag mit Temperaturen um 35 Grad eine Portion Sommersonne tanken.
Kurze Reise, bleibende Erinnerungen, es bleibt viel zu tun!
Asante sana,
Wolf R. Gehring