Nachdem unsere geplante Reise im November 2025 aufgrund der Unruhen nach der Präsidentschaftswahl in Tansania kurzfristig ausfallen musste, sind wir nur wenige Wochen später am 11. Januar 2026 zu dritt von Berlin aus nach Tansania aufgebrochen. Dank der großzügigen Gepäckregelung von Turkish Airlines konnten wir pro Person zwei große Gepäckstücke mitnehmen – eine Möglichkeit, die wir intensiv genutzt haben. Neben persönlichen Dingen nahmen wir vor allem dringend benötigtes Material, Werkzeuge, Verbrauchsmaterialien sowie kleine Gastgeschenke für Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler mit uns. Werkzeuge und Materialien sind in Tansania teilweise nur schwer oder gar nicht erhältlich oder haben nicht die Qualität, wie Werkzeuge aus Deutschland. Und da der Ausbau unserer Schuleigenen Werkstatt in diesem Jahr einen besonderen Schwerpunkt darstellt, haben wir die Gelegenheit genutzt.

Mitreisende Freundinnen und Freunde und Unterstützende unserer Projekte sind immer wieder erstaunt, welche großartigen Fortschritte unsere Partner vor Ort an der Schule erreichen. Natürlich treffen dabei unterschiedliche Denk- und Arbeitsweisen aufeinander – nicht immer deckt sich unsere europäische Logik mit den lokalen Herangehensweisen.
Doch genau darin liegt die Stärke unserer Zusammenarbeit: partnerschaftlich, offen und lernend verbessern wir unsere gemeinsame Arbeit Schritt für Schritt.

Gern möchten wir Ihnen einen kleinen Blick hinter die Kulissen unserer Arbeit ermöglichen. Unter anderem standen folgende Punkte auf der Agenda unseres Aufenthalts in Losimingori:
1. Entscheidungen zur zukünftigen Wasserversorgung
In intensiven Gesprächen haben wir verschiedene Optionen für mögliche Wasserprojekte diskutiert und Chancen, Risiken sowie Kosten abgewogen:

  • Ausbau eines oberirdischen Wasserauffangbeckens
  • Kauf eines Wasser-Trucks zur Versorgung in langen Trockenzeiten
  • Durchführung einer Trinkwasserbohrung
  • Nutzung einer geplanten Wasserleitung des Districts (Fertigstellung bis Ende 2027)

Nach ausführlicher Beratung haben wir uns entschieden, in einer ersten Phase den Ausbau des oberirdischen Wasserauffangbeckens umzusetzen. Damit sichern wir eine deutlich längere Nutzung des Schulgartens und decken gleichzeitig den erhöhten Wasserbedarf durch die neuen Biogasanlagen, insbesondere für die Toilettennutzung. Im vorherigen Newsletter war der Unterschied und die verheerende Situation des bisherigen Wasserauffangbeckens außerhalb beziehungsweise bei Ausbleiben der Regenzeit deutlich. Das möchten wir zukünftig mit dem Ausbau des Wasserbeckens verhindern.

Wasserbecken November 2025
Wasserbecken Mai 2024

Die Biogasanlagen wiederum ermöglichen nachhaltiges Kochen mit Gas, und die entstehende Gülle wird bereits erfolgreich zur Bewässerung der ersten Bananenpflanzen eingesetzt – ein schöner Beweis dafür, wie Kreislaufwirtschaft vor Ort funktioniert.

2. Aufbau einer nachhaltigen Werkstattstruktur
Bereits im Jahr 2025 haben wir einen Hausmeister eingestellt. Unsere Partner Rose und Wilson berichteten uns von seiner hervorragenden Arbeit – ein Eindruck, den wir vor Ort voll bestätigen konnten. Elia reagiert flexibel, schnell und zuverlässig auf unvorhergesehene Situationen. Nun geht es darum, diese Arbeit langfristig abzusichern. Gemeinsam haben wir begonnen, die Werkstatt systematisch einzurichten, fehlende Materialien zu erfassen und eine nachhaltige Lagerung von Ersatz- und Verbrauchsmaterial zu organisieren. Checklisten in Deutsch, Englisch und Kisuaheli wurden erstellt, um Ausrüstungsgegenstände, Mobiliar, Wassersysteme und viele weitere Details regelmäßig auf ihre Funktionsfähigkeit zu überprüfen.
Diese beiden Beispiele standen im Mittelpunkt unserer Arbeit, doch genauso wichtig sind die vielen Begegnungen. Gespräche mit allen Mitarbeitenden der Schule, vom Wachmann über das Küchenpersonal bis hin zu den Lehrkräften, schärfen den Blick für das Wesentliche im Leben.
Jeden Abend nach dem Abendessen treffen sich alle Schülerinnen und Schüler klassenübergreifend zur gemeinsamen Nachbereitung des Unterrichtsstoffs. Das ist für uns eine wunderbare Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen, ohne den Unterricht zu stören. Diese alltäglichen Gespräche vermitteln beiden Seiten – uns wie auch den Schülerinnen und Schülern – wertvolle Einblicke in die Kulturen beider Länder.

Abgerundet wurde unser zehntägiger Aufenthalt durch eine zweitägige Safari im Tarangire-Nationalpark, bekannt für seine große Elefantenpopulation, sowie im Ngorongoro-Krater. Dort durften wir eine unglaubliche Vielfalt an Wildtieren erleben – darunter mehr als zehn Löwen, ein eher seltener und beeindruckender Anblick.

In diesem Zusammenhang möchten wir auch unseren Unterstützenden anbieten, sich selbst ein Bild von diesem faszinierenden Land zu machen und die Kultur der Massai auf besonders authentische Weise kennenzulernen.

Sprechen Sie mich gern an – ich unterstütze Sie gerne dabei, Ihre Reise nach Tansania zu organisieren!

Herzliche Grüße,
Matthias Görlitz
– Vereinsvorsitzender –

Avatar von Philine Burmeister
Posted by:Philine Burmeister

Hinterlasse einen Kommentar