Wasser – lebenspendendes Element 💧 Jeder kennt die wohltuende und erfrischende Wirkung eines Regenschauers nach einer längeren Trockenperiode: alles atmet auf. Da ist jedoch die Kehrseite des Wassers, die sehr kraftvoll und mitunter auch zerstörerisch wirken kann, was uns bei der letzten Reise zur Return Home Secondary School in Losimingori so richtig bewusst wurde.
Vier Tage vor Abflug noch mit Schlittschuhen und Schlitten unterwegs, landeten wir, Kerstin und Achim Ehlert, am 24. Februar abends bei 25 °C auf dem Kilimanjaro International Airport. Wie immer hat uns Wilson begrüßt und nach einer Nacht in Arusha, Treffen mit zwei unserer Baufirmen wegen Abschluss eines Wartungsvertrages und kleinen Besorgungen für das Leben in der Steppe, machten wir uns auf den Weg. Gerade noch trocken ins Auto gestiegen, erhielten wir den ersten Eindruck der „kleinen“ Regenzeit, die Mitte Februar mit dem lang ersehnten Regen begann und das Sterben vieler Tiere beendete. Was uns umgab, war ein starkes Gewitter mit umgestürzten Bäumen. Der Himmel hatte seine Schleusen geöffnet. Nach zwei, drei weiteren ergiebigen Regenfällen auf dem Weg zur Schule war nach dem Abbiegen auf den Schotterweg, der die letzten sechs Kilometer zum Ziel führt, das Passieren der zweiten Brücke nicht mehr möglich. Somit übernachteten wir zwangsweise in der Maasai Eco Boma Lodge in Makuyuni – unbedingt zu empfehlen.
Tags darauf dann der zweite Anlauf. Welch trauriger Anblick bot sich uns. Die vor zwei Jahren neu gebaute Brücke lag vom Wasser hinweg gespült tief im Flussbett und die von der Gemeinde und Schule errichtete Behelfsbrücke war ebenfalls unterspült und nicht einmal mehr begehbar! Der meist nächtliche Regen muss am Morgen erst einmal abtrocknen, dass die „Straße“ überhaupt mit fahrbarem Untersatz passiert werden kann. Doch die Massai haben für alles eine Lösung. Nur eine neue Brücke wird nicht so schnell gebaut werden können. So müssen wir uns auch mit dem Fortgang der Bauarbeiten gedulden.



Hingegen hat sich auf dem Schulcampus in den vergangenen zwei Jahren viel getan. Unser bisher umfangreichstes Projekt wird bis zum Jahresende fristgemäß abgeschlossen werden. Das Sanitärgebäude und das Mehrzweckgebäude mit PC-Kabinett, Bibliothek und Klassenraum sind fertiggestellt und in Nutzung. Die Volontärinnen unterstützen hier in der Bibliothek. Das zweite Jungeninternat ist seit etwa zwei Wochen teilweise belegt, so dass sich die Wohnsituation der Jungen verbessert hat. Die Biogasanlage ist ebenfalls in Betrieb. Daran angeschlossen sind die Toiletten der Mädchen- und Jungeninternate und das neue Sanitärgebäude. Kuhdung, Küchenabfälle, Spülwasser und Grasschnitt sorgen außerdem dafür, dass diese Anlage das nötige Gas für drei Kochstellen liefern kann. So muss nur noch das Haus für Lehrkräfte mit vier Wohnungen gebaut werden, wobei das Fundament bereits aus dem Boden ragt.



Eine wichtige Aufgabe war die Abrechnung der Fördergelder. Ganz akribisch wurden alle Belege von Rose und Kerstin geprüft, so dass am Ende ein Großteil der Fördersumme belegt werden konnte.
Des Weiteren wurde unser Schulcampus hinsichtlich Instandhaltung, Wartung und weiterer Probleme inspiziert. Auf der Grundlage eines bestehenden Planes zu Gebäuden und den Ver- und Entsorgungsleitungen hat sich Achim der Problematik der exakten Einzeichnung der Gräben mit Elektro-, Wasser-, Abwasser- und Gasleitungen angenommen. Dies ist besonders wichtig, um bei späteren Baumaßnahmen Schäden am Leitungssystem zu verhindern. Letztendlich wurden einige Mängel gemeinsam mit Rose und Wilson diskutiert, Lösungsmöglichkeiten gesucht und weitere Schritte abgestimmt.


Erneut ist uns bewusst geworden, welch ein großartiger, gut funktionierender Schulcampus in nur zehn Jahren entstanden ist, der aber auch alle Verantwortlichen hinsichtlich moderner technischer Anlagen besonders herausfordert. Hierbei werden der neue Schulhandwerker und ein Absolvent unserer Schule, der eine Ausbildung zum IT-Techniker und Elektriker erhält, eine entscheidende Rolle einnehmen. Beide haben in den zwei Wochen unseres Besuchs einen zuverlässigen Eindruck gemacht.
Rückblickend ist der große Traum, eine weiterführende Schule für die Massai-Kinder, besonders für benachteiligte Mädchen, aufzubauen, wahr geworden. Rose ist darüber sehr glücklich und besonders die wunderschönen Feiern zur Graduation haben sie schon oft zu Tränen gerührt.
Da wir nach einer Woche in Losimingori Verstärkung durch unser Vereinsmitglied Peter Schwabbauer erhielten, wird es bald eine Fortsetzung des Berichtes durch ihn geben.
Kerstin & Achim Ehlert
– Vereinsvorstand –
