Wurde die Brücke nach Losimingori bei den heftigen Regenfällen vor einigen Monaten weggespült, konnte sie inzwischen wieder aufgebaut und der Materialtransport fortgesetzt werden. In Losimingori wird also wieder viel gebaut und weiterentwickelt.
n den vergangenen Jahren haben wir uns im Vorstand immer wieder intensiv mit der Frage beschäftigt, wie wir die Gebäude der Return Home Secondary School langfristig instand halten und gleichzeitig handwerkliche Fähigkeiten und Wissen nachhaltig an unsere Partner in Tansania weitergeben können. Aus diesen Überlegungen ist im vergangenen Jahr eine gut ausgestattete Werkstatt auf dem Schulcampus entstanden. Schritt für Schritt haben wir sie mit den notwendigen Werkzeugen ausgestattet und mit einem engagierten Handwerker besetzt, der sich vor Ort um die anfallenden Arbeiten kümmert.
Gleichzeitig möchten wir auch bei unseren Besuchen vor Ort unser handwerkliches Wissen und unsere Erfahrungen weitergeben und gemeinsam mit unseren Partnern nachhaltige Strukturen schaffen. So war Max, ein Freund unseres Vereins, vor einigen Wochen rund einen Monat an der Return Home Secondary School in Losimingori und hat sich in dieser Zeit mit viel Einsatz den unterschiedlichsten handwerklichen Aufgaben gewidmet. Davon mehr im untenstehenden Bericht. Auch unsere ersten beiden Volontärinnen aus 2024/2025 waren erst vergangene Woche zu Besuch in Losimingori. Begleitet von ihrem Vater und einem Freund haben auch sie vor Ort tatkräftig mit angepackt.
Es freut uns sehr, dass wir gemeinsam dafür sorgen, dass der Schulcampus in Losimingori gut instand gehalten wird und unsere Arbeit nachhaltig Wirkung entfalten kann. Der Weg dorthin war nicht immer ganz einfach. Unser Verständnis von regelmäßiger Wartung, Instandhaltung und Reparatur musste sich zunächst entwickeln und mit den vor Ort gewachsenen Vorstellungen zusammenfinden. Solche Prozesse gehören zu einer Zusammenarbeit über kulturelle Grenzen hinweg dazu. Umso schöner ist es für uns zu sehen, welchen Stellenwert die Pflege und der Erhalt der Gebäude an der Return Home Secondary School inzwischen einnehmen. Denn letztlich verbindet uns ein gemeinsames Ziel: Das, was wir miteinander aufgebaut haben, soll langfristig Bestand haben und auch in Zukunft vielen Menschen zugutekommen.

Reisebericht Max

Ich habe erst vor anderthalb Jahren von Pamoja und der Return Home Secondary School in Losimingori erfahren. Niemals hätte ich mir träumen lassen, dass ich nun, gut ein Jahr später, ein Resume ziehen darf über die vergangenen vier Wochen in der Landschaft des Losimingori Berges und seiner Menschen.
Als ich in Arusha ankam und mich Wilson vom Flughafen abholte, gab es eine halbtägige Überschneidung mit Kerstin und Achim, die im Begriff waren ihren Aufenthalt abzuschließen. Achim überreichte mir eine Kontroll- und Aufgabenliste, die eine Grundlage darstellte um meine Arbeit als Hausmeister-Kollege an der Schule zu beginnen. Ich hatte natürlich einige Wochen vor mir und Abseits dieser konkreten Aufgaben viele unterschiedliche Anliegen zu sortieren.
Natürlich ging es neben kleinerer und größerer Baustellen um die Werkstatt – der Mittelpunkt meiner Stunden in Tansania. Diese sollte in Augenschein genommen werden und im Gespräch mit Elia, dem Fundi (Handwerker auf Swahili) und seinem Assistenten Leyan (der zukünftige Elektriker auf dem Gelände) besprochen werden, welche Werkzeuge und Materialen es benötigt um die Schulanlage bei allen anfallenden Herausforderungen in Stand zu setzen.
Für mich war mein Ankommen ein herantasten, da ich nicht mit der Attitüde antanzen wollte „So machen wir es in Deutschland und so ist es richtig.“, denn in Tansania läuft das Leben nunmal anders – vor allem die Uhren ticken gefühlt langsamer. Die Baumärkte sind äußerst beschränkt und die Materialien kommen zu 99 % aus China. Das merkt man zum Beispiel in der Qualität der Werkzeuge und Schrauben. Wie dem auch sei, ich bin dabei eine Liste mit Materialien und Werkzeugen anzufertigen, die bei den nächsten Reisen unterschiedlichster Vereinsmitglieder im Koffer aus Deutschland mitgebracht werden könnten. Trotz der Werkstoffunterschiede, war mein allgemeines Gefühl in der Werkstatt sehr positiv. Meine beiden Kollegen sind sehr engagiert, sowie interessiert und manchmal konnten wir unsere Herangehensweisen austauschen oder mussten einfach improvisieren mit dem was wir gerade zur Verfügung hatten. 

Die ersten Wochen überlegte ich mir meist Aufgabenstellungen für die Werkstatt oder glich sie mit den Listen von Achim ab. Zwischenzeitlich kamen immer wieder Aufgaben der Lehrerkräfte und Schülerschaft reingeflattert, die den Alltag lebendig machten. Was sich in den Unterichtspausen manchmal in einem Pulk von Schülerinnen und Schülern um die Werkbank bebilderte.
Zum Ende fing ich an, neben der allgemeinen Reparaturarbeiten, Möbel und Kisten zu bauen, die nun nachproduziert werden können. Dies ist zum Beispiel sofort mit einer Werkstattkiste für die Materialstrukturierung passiert. Außerdem wurden die alten in der Ecke liegenden Nähmaschinengestelle für ein Regal genutzt. Das wird wohl der nächste Nachbau – wie Leyan mir versicherte.
Für Möbelanfertigungen und -reparaturen gibt es nun reichlich Holzplatten, die ich mit einer Gruppe von 30 Schülerinnen und Schülern an einem Sonntag eine Stunde lang durch den Busch transportierte. Was nicht alles passiert, wenn keine Brücke mehr da ist.
Ich musste auch nochmal begreifen, dass das Anpacken bei alltäglichen Tagesaufgaben in der Maasaikultur unter Kindern und Jugendlichen noch sehr ausgeprägt ist. Also war die Stimmung trotz der Schlepperei ausgelassen und wurde noch besser als ich etwas Swahili-Musik mit meinem Telefon abspielen ließ.

Es lässt sich alles schwer zusammen fassen und es gibt viele Nuancen meines Aufenthaltes. Ich bin dankbar, dass ich mehrere Woche dort sein konnte und die Menschen, Mitarbeiter und Schüler mit ihren Eigenheiten kennen lernen durfte. Diese Erlebnisse haben Bekannt- und Freundschaften erschaffen und die Komplexität erfahrbar gemacht. Ich hätte das ohne Wilson und Rose, Pamoja und allen Beteiligten nie erleben dürfen und hoffe dass einige Ansätze die ich mitbrachte auf dem Gelände Früchte tragen. Bei mir gibt es in jedem Fall noch einen ganzen Obstsalat zu verarbeiten.

Avatar von Philine Burmeister
Posted by:Philine Burmeister

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