Fast zwei Jahre sind vergangen seit unserem letzten Besuch in Losimingori. Gemeinsam mit Familie Dörr und Familie Ehlert flog der Vereinsvorsitzende, Matthias Görlitz, am 6. November 2021 zu unseren Freunden und Partnern nach Tansania. Eine Reise, die tiefe Spuren hinterließ.
Erste Gedanken und Eindrücke der Reise hat Matthias Görlitz für Euch zusammengefasst:

„Zurück in Deutschland, bin ich fester denn je davon überzeugt, dass gegenseitige Achtung und Wertschätzung zwischen Menschen aus verschiedenen Kulturen und Regionen dieser Welt so viele Möglichkeiten bieten, sich gegenseitig besser zu verstehen. Während unseres Aufenthaltes sammelte ich Momente einzigartiger Begegnungen mit vielen Freunden, der Herzlichkeit unserer Schülerinnen und Schüler, der Persönlichkeitsentwicklungen auf dem Schulcampus und der Aufgeschlossenheit aller, die unsere Arbeit begleiten und unterstützen.
Das und vieles mehr nehme ich mit in meinen Alltag in Deutschland.
Es hilft. Ja wirklich, es hilft mir zu begreifen mit dem Glück sorgsam umzugehen. Ich bin
glücklich mit meiner Familie, ich bin glücklich einen erfüllten Beruf auszuüben, gute Freunde zu haben und ich bin glücklich in diesem Land zu leben. 
In Tansania habe ich gesehen, wie es mir gemeinsam mit meinem
Pamoja Team und unseren afrikanischen Partnern gelungen ist, Glück zu erleben. Überwältigt von einem warmherzigen Empfang, waren wir tief beeindruckt, wieviel Neues hier entstanden ist. Die enge Zusammenarbeit funktioniert über die weite Distanz reibungslos. Daraus schöpfe ich Kraft und Mut weiter daran zu glauben, dass es andere Wege für uns in Europa gibt, als sich mit Festungen und falschen Meinungen von anderen Kulturen in unseren Köpfen abzuschotten.  

Diese Gedanken sind in der Steppe im Massailand in Tansania sehr oft durch meinen Kopf gewandert. Wir haben etwas Einzigartiges geschafft. 160 Schülerinnen und Schüler können unter ständig verbesserten Bedingungen lernen, spielen und gemeinsam Neues entdecken. Für die Massaikinder ist es erstmalig in dieser Region die Chance eine weiterführende Schule zu besuchen. Es ist ein großes Glück, das wir das erleben dürfen.


Auch unsere langjährigen Vereinsmitglieder, Achim und Kerstin Ehlert, waren im November mit in Tansania. „Wärme, exotische Gerüche, buntes Treiben, herzliche Umarmungen und Wiedersehensfreude mit Wilson am Kili-Airport – was gibt es schöneres, um sich willkommen zu fühlen.“ So beschreiben Sie die ersten Erinnerungen an diese ganz besondere Reise.
Schnell war der anstrengende Flug vergessen und die Vorfreude auf unseren Aufenthalt in Tansania geweckt. Mit der Umsetzung unseres Projektes ging auch die Einrichtung einer kleinen Wohnung einher, die Volontären, Vereinsmitgliedern und Besuchern als Unterkunft auf unserem Schulcampus dienen soll. So waren die ersten Tage in Arusha ausgefüllt mit der Beschaffung einer Grundausstattung für die neue kleine Wohnung und herzlichen Treffen mit langjährigen Wegbegleitern wie Sister Angelika, Sarah und Dirk von Help fort the Massai oder unserem Freund Mtemi. In Begleitung von Wilson, teils zu Fuß durch eine pulsierende Stadt mit ihren landestypischen Geschäftsgebaren, kauften wir die notwendigsten Dinge und dann ging es endlich raus in die Steppe zu unserem Schulcampus. 
Sehr gerührt waren wir von dem herzlichen Empfang durch die Schüler und Lehrer. Das kann man nicht beschreiben. Das muss man erleben! Besonders emotional war das Wiedersehen mit zwei Schülerinnen, die wir schon seit unserem ersten Tansaniabesuch 2010 kennen – Theresia und Raheli, jetzt in der 9. Klasse – und natürlich mit Rose.
Endlich durften wir den neuen Speisesaal mit Küche und den Wasserturm betreten und bestaunen. Die Fotos, die uns Wilson kontinuierlich in den letzten eineinhalb Jahren sendete, haben nicht getäuscht. Ein wunderschöner Saal ist entstanden, komplettiert durch Lagerräume und eine moderne Küche. Er ist zum Mittelpunkt des gesamten Schulgeländes geworden. Nicht nur zur täglichen Essensversorgung treffen sich hier alle Schüler und Lehrer, auch für die Erledigung der Hausaufgaben und Vorbereitung auf Tests bietet er ausreichend Platz. Ebenso fanden hier die Feierlichkeiten zur diesjährigen Graduation und der allwöchentliche Gottesdienst statt, deren Gäste wir sein durften. Besonders in Erinnerung bleiben werden uns die lebensfrohe Ausstrahlung der Mädchen und Jungen, ihre kraftvollen Gesänge und Tänze und ihr selbstbewusstes Auftreten. 

Wenn ich manchmal über den Schulcampus gehe, dann bin ich glücklich und sehr, sehr dankbar.“ – so Wilsons Worte. Auch uns haben sie sehr bewegt und gleichzeitig  bestärkt, ihm, seiner Frau Rose, den Lehrern und Schülern auch zukünftig zur Seite zu stehen.


Eine ganz besondere Reise war es auch, weil die neuen Vereinsmitglieder, Werner und Kerstin Dörr, zum ersten Mal den Schulcampus in Losimingori besucht haben. Tansania sind sie seit einer mehrwöchigen Reise im Jahr 2019 besonders verbunden. „Insbesondere das friedliche Zusammenleben verschiedenster Völker und die großartige Natur haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen“, so Werner und Kerstin Dörr. „Auf der Suche nach einem möglichen Verein hat uns Pamoja – Gemeinsam für Tansania e.V. ganz besonders überzeugt, vor allem die professionelle Umsetzung der einzelnen Bauvorhaben durch afrikanische Unternehmen vor Ort. Das Schulprojekt nun vor Ort hautnah zu erleben war uns ein unvergessliches Erlebnis.

„Mitten in der Massai-Steppe gehen nun 160 Schüler und Schülerinnen in eine weiterführende Schule und profitieren enorm von den neuen Gebäuden wie dem großen Speise- und Veranstaltungsraum und der geräumigen Küche. Durch Solartechnik gibt es verlässlich Strom, so wird ein Selbststudium in den Abendstunden möglich. Wie ruhig und konzentriert die jungen Leute dabei waren, hat uns jeden Abend sehr erstaunt. 
Insgesamt fühlten sich die auf dem Schulcampus verbrachten Tage wie Wochen an, so übervoll war jeder einzelne Tag mit Begegnungen, Gesprächen und Zukunftsplänen. Die plagenden Sorgen wie der ausbleibende Regen, der damit einhergehende Wassermangel oder die Teuerungen im Land machten uns mehr als einmal bewusst, in welcher Sicherheit wir in Deutschland leben.
Wir freuen uns nach diesen Erlebnissen nun umso mehr, die Menschen in Losimingori durch unsere Arbeit zu unterstützen.“

Posted by:Philine Burmeister

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